In Umbria, along the Romea Germanica Road

Via Romea Germanica

Die Etappen der Via Romea Germanica in Umbrien

Via Romea Germanica

Die Via Romea Germanica ist mit ihren 2.200 Kilometern eine historisch-kulturelle Route von europäischem Interesse. Im Mittelalter war sie eine bedeutende Verkehrsachse, die die Nordsee mit Rom verband: Sie beginnt in Stade in Deutschland, durchquert Österreich und erreicht Rom in 94 Etappen, von denen 46 in Italien verlaufen. Im Jahr 1236 unternahm der Benediktinermönch Albert diese lange Reise und bezeichnete seinen Rückweg als melior via — den besten Weg.

Die 4 umbrischen Etappen, die die Region auf der Westseite durchqueren, bilden eine Route ohne besondere Schwierigkeiten, die sich durch eines der charakteristischsten Gebiete Umbriens schlängelt.

Während der ersten Etappe wechseln sich Ausblicke auf sanfte, mit Olivenhainen und Weinbergen bewachsene Hügel mit Blicken auf den Trasimenischen See und den Chiusi-See ab. Auf einem Abschnitt führt die Route an archäologischen Ausgrabungsstätten vorbei, darunter das besuchbare etruskische Grab in der Ortschaft Paradiso, entlang der Gemeindestraße von Vaiano, in der Nähe von Villastrada. Anschließend durchquert sie reizvolle historische Ortskerne mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, darunter Paciano und Allerona, die zu den Schönsten Dörfern Italiens zählen, sowie Città della Pieve und Ficulle.

Schließlich endet die Route auf besonders eindrucksvolle Weise mit der Durchquerung von Orvieto, dessen Zeugnisse die kulturelle Bedeutung der Stadt im historisch-künstlerischen Panorama Italiens belegen, und erreicht Porano. Bevor man nach Latium gelangt, führt der Weg an den besuchbaren etruskischen Gräbern „Hescanas“ und „Golini“ vorbei, die in Umbrien einzigartig sind, da sie originale Wandmalereien aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. in situ bewahren.

Weitere Informationen unter www.viaromeagermanica.it

Höhenunterschied

+1904 m | - 1949 m

Distanz

90,41 km

Dauer

21 h 5 m

Historischer Überblick

Abt Alberto erkannte während seiner Tätigkeit im Benediktinerkloster der Heiligen Jungfrau Maria in Stade (Hamburg) die Notwendigkeit, eine strengere kirchliche Disziplin nach dem Vorbild der zisterziensischen Regeln einzuführen. Um hierfür die Zustimmung von Papst Gregor IX. zu erhalten, begab er sich auf eine Reise nach Rom.
Der Papst erteilte seine Zustimmung, doch seine Mitbrüder und der zuständige Erzbischof lehnten das Vorhaben ab. Enttäuscht legte Alberto sein Amt nieder und schloss sich dem Franziskanerorden an, indem er in das Kloster der Minderbrüder von St. Johann in der Stadt Stade eintrat.
Hier widmete er sich der Abfassung der sogenannten Annales, einer lateinischen Chronik über die wichtigsten kirchlichen und politischen Ereignisse seiner Zeit. In diesem Werk findet sich ein Dialog zwischen zwei Mönchen über die besten Wege für eine Pilgerreise nach Rom. In diesem Dialog beschreibt der Abt verschiedene Routen mit präzisen Angaben zu Orten, Entfernungen, Straßenbedingungen und zur genauen Länge der einzelnen Etappen.

Die Route

Der etwa 2.200 km lange Weg wurde dank der Arbeit engagierter Forscher und Archäologen wiederentdeckt. Er gliedert sich in drei Hauptabschnitte: Deutschland (von Stade nach Wernigerode durch Sachsen, Thüringen und Bayern), Österreich (Seefeld – Innsbruck – Brenner) und Italien.
Der italienische Abschnitt umfasst rund tausend Kilometer, aufgeteilt in 46 Etappen, von den Alpen bis nach Rom und führt durch eindrucksvolle Landschaften, naturnahe Gebiete sowie kunst- und geschichtsträchtige Städte und Dörfer. Dabei werden sowohl international bekannte Orte als auch weniger bekannte Regionen Italiens durchquert.
Der Weg kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd zurückgelegt werden, aber auch mit dem Auto oder Motorrad, indem die Etappen entsprechend der verfügbaren Zeit und der eigenen Vorbereitung flexibel ausgewählt werden.

Der umbrische Abschnitt der Via Romea Germanica hat eine Gesamtlänge von 82,41 km, hinzu kommen die 8 km lange Strecke von Orvieto nach Porano. Auf der offiziellen Website der Via Romea Germanica gehört dieser Abschnitt zur Etappe 39, beim Übergang von Umbrien nach Latium.

Der Pilgerausweis

Für die Begehung der Via ist der Pilgerausweis erforderlich, der den Zugang zu den „Ospitali“ ermöglicht und Vergünstigungen bietet.
Im Pilgerausweis werden Start- und Zielort mit Datum sowie die Stempel der durchquerten Orte und Unterkünfte eingetragen, die den zurückgelegten Weg belegen.
Der Pilgerausweis ist außerdem notwendig, um nach der Ankunft in Rom das Abschlusszertifikat der Pilgerreise zu erhalten: das „Testimonium“.