Via Romea Germanica - Cammini d'Umbria

Via Romea Germanica
Die Etappen der Via Romea Germanica in Umbrien
Via Romea Germanica
Die Via Romea Germanica mit ihren fast 2.200 Kilometern ist eine historische Route, die zu den Kulturwegen des Europarates gehört. Im Mittelalter stellte sie eine bedeutende Verkehrsachse dar, die die Nordsee mit Rom verband: Sie kommt aus Deutschland, durchquert Österreich und erreicht die italienische Hauptstadt in vierundneunzig Etappen.
Die vier Etappen in Umbrien, die die Region auf ihrer Westseite durchqueren, bilden eine Strecke ohne besondere Schwierigkeiten und führen durch eine der charakteristischsten und landschaftlich reizvollsten Regionen Umbriens. Während der ersten Etappe wechseln sich sanfte, mit Olivenhainen und Weinbergen bewachsene Hügel mit Ausblicken auf den Trasimenischen See und den Chiusi-See ab. Auf einem Abschnitt verläuft der Weg zudem entlang archäologischer Ausgrabungsstätten, in denen etruskische Gräber entdeckt wurden, bevor er einige der schönsten mittelalterlichen Orte Umbriens durchquert, wie Paciano und Allerona, die zu den „schönsten Dörfern Italiens“ zählen.
Schließlich endet der umbrische Abschnitt in Orvieto, dessen historisches Erbe die kulturelle Bedeutung der Stadt innerhalb der italienischen Kunstlandschaft unterstreicht; von hier aus setzt sich die Via Romea Germanica in Richtung Latium fort.
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Die erste Etappe der Via Romea Germanica in Umbrien beginnt in Pozzuolo und verläuft teilweise auf Straßen sowie durch sanfte, mit Weinbergen bewachsene Hügel mit Ausblicken auf den Chiusi-See und den Trasimenischen See. Der Weg führt entlang archäologischer Ausgrabungsstätten, in denen etruskische Gräber entdeckt wurden; entsprechende Informationstafeln stehen entlang der Strecke zur Verfügung.
Die Route führt durch die Orte Gioiella, Vaiano und Villastrada, wo ein Keramikmural zu sehen ist, das die Via Romea am Trasimenischen See darstellt. Anschließend verläuft der Weg in Richtung Cantagallina und erreicht schließlich Paciano, eine Gemeinde, die zu den „schönsten Dörfern Italiens“ zählt und durch die Porta Fiorentina betreten wird.
Die Etappe beginnt in Paciano, einem Ort, der aufgrund seines charakteristischen historischen Zentrums, seiner Kirchen mit bedeutenden Gemälden sowie des adeligen Palazzo Baldeschi, Sitz des Museums TrasiMemo, einen Besuch verdient. Beim Verlassen des Ortes durch die Porta Rastrella verläuft die Route auf halber Hanglage durch die Wälder des Monte Petrarvella.
Während der Etappe werden die Ortschaften San Donato, Popoltaio-Schiacciato, Valdilucciole und Casaltondo durchquert, wo sich ein Brunnen zur Erfrischung befindet. Nach einem kurzen Abschnitt auf einer Provinzstraße führt die Route auf unbefestigten Wegen weiter, überquert einen Bach und erreicht schließlich Città della Pieve.
Nachdem man das reizvolle historische Zentrum von Città della Pieve hinter sich gelassen hat, führt die Route hinab in das Tal des Chiani-Baches und erreicht über den Ort Santa Maria Fabro Scalo.
Von hier aus ist es mit einem kurzen Abstecher möglich, zur Rocca di Carnaiola aufzusteigen, deren Burg auf das Jahr 1000 zurückgeht. Anschließend führt die Strecke über den Bach und entlang eines Waldes bis nach Ficulle, einem typischen mittelalterlichen Ort, in dem insbesondere das Schloss und die Kirchen einen Besuch wert sind.
Mit dieser Etappe verlässt die Via Romea Germanica die Region Umbrien und führt in Richtung Latium entlang einer Strecke, die etwas anspruchsvoller ist als die vorherigen Etappen. Nach dem Verlassen von Ficulle führt die Route weiter nach Allerona Scalo. Anschließend wird der Fluss Paglia überquert, entlang dessen noch die Überreste der antiken Ponte Giulio zu sehen sind.
Bei Sferracavallo ist bereits in der Ferne die Silhouette des Doms von Orvieto zu erkennen. In weniger als zwei Kilometern erreicht man schließlich das historische Zentrum dieser eindrucksvollen Stadt, wo die Etappe endet.
Höhenunterschied
+1904 m | - 1949 m
Distanz
82,41 km
Dauer
21 h 5 m
Historischer Überblick
Abt Alberto erkannte während seiner Tätigkeit im Benediktinerkloster der Heiligen Jungfrau Maria in Stade (Hamburg) die Notwendigkeit, eine strengere kirchliche Disziplin nach dem Vorbild der zisterziensischen Regeln einzuführen. Um hierfür die Zustimmung von Papst Gregor IX. zu erhalten, begab er sich auf eine Reise nach Rom.
Der Papst erteilte seine Zustimmung, doch seine Mitbrüder und der zuständige Erzbischof lehnten das Vorhaben ab. Enttäuscht legte Alberto sein Amt nieder und schloss sich dem Franziskanerorden an, indem er in das Kloster der Minderbrüder von St. Johann in der Stadt Stade eintrat.
Hier widmete er sich der Abfassung der sogenannten Annales, einer lateinischen Chronik über die wichtigsten kirchlichen und politischen Ereignisse seiner Zeit. In diesem Werk findet sich ein Dialog zwischen zwei Mönchen über die besten Wege für eine Pilgerreise nach Rom. In diesem Dialog beschreibt der Abt verschiedene Routen mit präzisen Angaben zu Orten, Entfernungen, Straßenbedingungen und zur genauen Länge der einzelnen Etappen.
Die Route
Der etwa 2.200 km lange Weg wurde dank der Arbeit engagierter Forscher und Archäologen wiederentdeckt. Er gliedert sich in drei Hauptabschnitte: Deutschland (von Stade nach Wernigerode durch Sachsen, Thüringen und Bayern), Österreich (Seefeld – Innsbruck – Brenner) und Italien.
Der italienische Abschnitt umfasst rund tausend Kilometer, aufgeteilt in 46 Etappen, von den Alpen bis nach Rom und führt durch eindrucksvolle Landschaften, naturnahe Gebiete sowie kunst- und geschichtsträchtige Städte und Dörfer. Dabei werden sowohl international bekannte Orte als auch weniger bekannte Regionen Italiens durchquert.
Der Weg kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd zurückgelegt werden, aber auch mit dem Auto oder Motorrad, indem die Etappen entsprechend der verfügbaren Zeit und der eigenen Vorbereitung flexibel ausgewählt werden.
Der Pilgerausweis
Für die Begehung der Via ist der Pilgerausweis erforderlich, der den Zugang zu den „Ospitali“ ermöglicht und Vergünstigungen bietet.
Im Pilgerausweis werden Start- und Zielort mit Datum sowie die Stempel der durchquerten Orte und Unterkünfte eingetragen, die den zurückgelegten Weg belegen.
Der Pilgerausweis ist außerdem notwendig, um nach der Ankunft in Rom das Abschlusszertifikat der Pilgerreise zu erhalten: das „Testimonium“.