In Umbria, along the Romea Germanica Road

Via Romea Germanica

Die Etappen der Via Romea Germanica in Umbrien

Via Romea Germanica

Die Via Romea Germanica mit ihren fast 2.200 Kilometern ist eine historische Route, die zu den Kulturwegen des Europarates gehört. Im Mittelalter stellte sie eine bedeutende Verkehrsachse dar, die die Nordsee mit Rom verband: Sie kommt aus Deutschland, durchquert Österreich und erreicht die italienische Hauptstadt in vierundneunzig Etappen.

Die vier Etappen in Umbrien, die die Region auf ihrer Westseite durchqueren, bilden eine Strecke ohne besondere Schwierigkeiten und führen durch eine der charakteristischsten und landschaftlich reizvollsten Regionen Umbriens. Während der ersten Etappe wechseln sich sanfte, mit Olivenhainen und Weinbergen bewachsene Hügel mit Ausblicken auf den Trasimenischen See und den Chiusi-See ab. Auf einem Abschnitt verläuft der Weg zudem entlang archäologischer Ausgrabungsstätten, in denen etruskische Gräber entdeckt wurden, bevor er einige der schönsten mittelalterlichen Orte Umbriens durchquert, wie Paciano und Allerona, die zu den „schönsten Dörfern Italiens“ zählen.

Schließlich endet der umbrische Abschnitt in Orvieto, dessen historisches Erbe die kulturelle Bedeutung der Stadt innerhalb der italienischen Kunstlandschaft unterstreicht; von hier aus setzt sich die Via Romea Germanica in Richtung Latium fort.

Höhenunterschied

+1904 m | - 1949 m

Distanz

82,41 km

Dauer

21 h 5 m

Historischer Überblick

Abt Alberto erkannte während seiner Tätigkeit im Benediktinerkloster der Heiligen Jungfrau Maria in Stade (Hamburg) die Notwendigkeit, eine strengere kirchliche Disziplin nach dem Vorbild der zisterziensischen Regeln einzuführen. Um hierfür die Zustimmung von Papst Gregor IX. zu erhalten, begab er sich auf eine Reise nach Rom.
Der Papst erteilte seine Zustimmung, doch seine Mitbrüder und der zuständige Erzbischof lehnten das Vorhaben ab. Enttäuscht legte Alberto sein Amt nieder und schloss sich dem Franziskanerorden an, indem er in das Kloster der Minderbrüder von St. Johann in der Stadt Stade eintrat.
Hier widmete er sich der Abfassung der sogenannten Annales, einer lateinischen Chronik über die wichtigsten kirchlichen und politischen Ereignisse seiner Zeit. In diesem Werk findet sich ein Dialog zwischen zwei Mönchen über die besten Wege für eine Pilgerreise nach Rom. In diesem Dialog beschreibt der Abt verschiedene Routen mit präzisen Angaben zu Orten, Entfernungen, Straßenbedingungen und zur genauen Länge der einzelnen Etappen.

Die Route

Der etwa 2.200 km lange Weg wurde dank der Arbeit engagierter Forscher und Archäologen wiederentdeckt. Er gliedert sich in drei Hauptabschnitte: Deutschland (von Stade nach Wernigerode durch Sachsen, Thüringen und Bayern), Österreich (Seefeld – Innsbruck – Brenner) und Italien.
Der italienische Abschnitt umfasst rund tausend Kilometer, aufgeteilt in 46 Etappen, von den Alpen bis nach Rom und führt durch eindrucksvolle Landschaften, naturnahe Gebiete sowie kunst- und geschichtsträchtige Städte und Dörfer. Dabei werden sowohl international bekannte Orte als auch weniger bekannte Regionen Italiens durchquert.
Der Weg kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd zurückgelegt werden, aber auch mit dem Auto oder Motorrad, indem die Etappen entsprechend der verfügbaren Zeit und der eigenen Vorbereitung flexibel ausgewählt werden.

Der Pilgerausweis

Für die Begehung der Via ist der Pilgerausweis erforderlich, der den Zugang zu den „Ospitali“ ermöglicht und Vergünstigungen bietet.
Im Pilgerausweis werden Start- und Zielort mit Datum sowie die Stempel der durchquerten Orte und Unterkünfte eingetragen, die den zurückgelegten Weg belegen.
Der Pilgerausweis ist außerdem notwendig, um nach der Ankunft in Rom das Abschlusszertifikat der Pilgerreise zu erhalten: das „Testimonium“.