Panoramablick auf Attigliano, ein auf einem Hügel gelegenes Dorf im grünen Tibertal.

Attigliano

Zwischen den Linden von Attigliano: etruskische Erinnerungen und mittelalterliche Burgen

Attigliano ist ein typisches Hochlanddorf, das auf einer natürlichen Terrasse über dem Tal des Tibers liegt. Oben erhebt sich eine alte Burg, unten fließt der große Fluss – zwischen diesen beiden Polen entfaltet sich die lange Geschichte des umbrischen Ortes.

Eine glückliche Lage und eine uralte Geschichte

Die Gegend, die an der Grenze zwischen umbrischem und etruskischem Gebiet liegt, war seit der Antike bewohnt, wie Funde in Marziano Jana und Malvicino belegen, wo Grabkammern und Krypten entdeckt wurden. Auch zahlreiche Überreste aus der Römerzeit wurden gefunden. Der Name des Dorfes geht wahrscheinlich auf die sommerlichen Spaziergänge „ad tilias“ – zwischen den Linden – zurück, die die Bewohner der Villen im Tal zur Erfrischung unternahmen.
 Römische Villen entwickelten sich rund um den Flusshafen am Tiber, der mindestens bis ins Mittelalter genutzt wurde und dessen Reste in Portovecchio nahe dem heutigen Friedhof sichtbar sind.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde die alte Siedlung im Tal aufgegeben. Im Jahr 993 gründete Graf Offredo, der aus Deutschland im Gefolge von Kaiser Otto III. gekommen war, die Stadt Alviano und begründete das Adelsgeschlecht der Alviano. Seine Nachfahren gründeten später Attigliano, das laut Dokumenten bereits im 11. Jahrhundert ein befestigtes Dorf war.
 Aufgrund seiner strategischen Lage war Attigliano in den folgenden Jahrhunderten in Kriege und Streitigkeiten mit Orvieto, Todi und Amelia sowie in die Auseinandersetzungen zwischen Guelfen und Ghibellinen verwickelt. Deshalb wurde eine Burg errichtet, ausgestattet mit fünf runden Türmen und einem fünfeckigen Turm, einem Wassergraben und einer Zugbrücke – Überreste davon sind noch heute sichtbar. In der feudalen Zeit stand die Stadt nacheinander unter der Herrschaft der Alviano, der Cesi und – nach der Eingliederung in den Kirchenstaat – der großen römischen Familien Farnese (die hier ein prächtiges, heute verschwundenes Baronspalais erbauen ließen), Monaldeschi, Pamphili und Borghese. Mit dem Plebiszit von 1860 wurde sie Teil des Königreichs Italien.

 

Spaziergang durch einen alten umbrischen Ort

Vom Tal aus wirkt Attigliano wie ein typisches mittelalterliches Bergdorf, das von den Resten seiner alten Festung beherrscht wird. Nur ein einziges Stadttor ist erhalten geblieben – ein mächtiges Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert, das im 15. Jahrhundert erneuert wurde. Es besaß einst eine Zugbrücke über einen tiefen Graben.
 Durch dieses monumentale Tor gelangt man zum Herzen des alten Kastells, der Piazza della Rocca. Dort dominiert der Uhrturm, einst Teil der Festung, heute mit einem Wandbild des Künstlers Daniele Del Sette versehen. Der Turm beherbergt eine zwölfstündige Uhr mit nur einem Zeiger – eine Weiterentwicklung des früheren sechsstündigen Mechanismus aus dem 17. Jahrhundert.
 Der Platz liegt teilweise auf dem Gelände des ehemaligen Baronspalais, das im 16. Jahrhundert von den Alviano erbaut und später von den Farnese erweitert wurde.

Auf der Piazza stehen auch die sechs verbliebenen Säulen der alten Kirche San Lorenzo aus dem 16. Jahrhundert, die vermutlich auf einem älteren Gebäude errichtet wurde. Die Kirche wurde 1964 – ebenso wie Teile des Schlosses – wegen schwerer Stabilitätsprobleme abgerissen. 1983 wurde sie an anderer Stelle neu erbaut und beherbergt heute mehrere originale Elemente, darunter den Ziborium und ein Taufbecken.
 Vom Platz aus gelangt man zu den Stadtmauern und genießt den herrlichen Ausblick oder schlendert durch die verwinkelten Gassen des Dorfes, um die Überreste des ursprünglichen Kastells zu entdecken.

In der nahegelegenen Piazza Vittorio Emanuele II befinden sich das Rathaus – untergebracht in den ehemaligen Pferdeställen der Borghese – und der schöne Delphinbrunnen. Der Brunnen wurde 1885 von Ramperti aus Amelia errichtet und diente sowohl als städtebauliche Verschönerung als auch als Wasserquelle aus einer nahegelegenen Quelle.

Rund um das alte Dorf

In der Umgebung, in Marziano Jana, befinden sich Überreste etruskischer Gräber und Krypten.
 Ein schöner Spaziergang von etwa 7 km vom historischen Zentrum – oder wenige Autominuten in Richtung Alviano – führt zur alten Sant’Eugenia-Quelle. Heute ist sie ein einfacher ländlicher Brunnen, war jedoch einst Schauplatz archaischer Rituale, darunter eines, das jungen Müttern die Milch zurückbringen sollte.
 Etwa 8 km vom Ort entfernt liegt die reizvolle Kirche Madonna delle Grazie, die auch zu Fuß über einen Rundweg erreichbar ist, der an der alten päpstlichen Zollstation entlangführt, auf der sogenannten Piantata-Route. Die kleine Kirche wurde zwischen den beiden Weltkriegen erbaut, um das Bild der Madonna auf einer Dachziegel zu beherbergen, der die Gläubigen die Rückkehr der Soldaten vom Frontverlauf anvertrauten.

Die Stadt entdecken

Was man in Attigliano besichtigen kann: Museen, Denkmäler und vieles mehr

 

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